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Pflegetipps Tomaten

Die Pflaumentomate "Baselbieter Röteli"




Blühende, naturnahe Gärten sind schön fürs Auge. Für die Tierwelt sind sie in Zeiten des Klimawandels und des galoppierenden Artensterbens wertvolle Refugien. Mit dieser alten Kultursorte sorgen Sie nicht nur für Vielfalt im Garten, sondern auch für Abwechslung auf dem Teller.

Die alte und robuste Gartenrarität „Baselbieter Röteli“ stammt, wie der Name schon vermuten lässt, aus dem Kanton Baselland, der in der Umgangssprache auch Baselbiet genannt wird und in der Nordwestschweiz liegt. Die Pflanze bildet rote ovale Früchte mit süßem Geschmack und einem ausgewogenen Verhältnis von Süsse und Säure und eignetsich für vielerlei Anwendungen.

Dank der großzügigen Förderung durch die Kreissparkasse Ravensburg ist es uns möglich, das Saatgut kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Bodenvorbereitung

Wie muss der Boden für die Tomaten vorbereitet werden?

Im Gegensatz zu unserer Blühmischung benötigen unsere robuste Tomatenpflanzen einen nährstoffreichen und tiefgründigen Boden. Entscheidend für gesunde und saftige Tomaten ist neben dem Boden auch der Standort.
Achten Sie darauf einen sonnigen und regengeschützen Ort für Ihre Tomaten zu wählen.
Beginnen Sie damit den Standort für Ihre Tomaten umzugraben. Graben Sie mit einer Hacke oder Schaufel den Boden tiefgründig auf. Entfernen Sie dabei altes Wurzelwerk, Beikraut oder Steine, die Ihre Tomaten später beim Wurzeln hindern könnten.

Standort

Welche Standortansprüche haben die Tomaten?

Unsere Tomaten bevorzugen einen humusreichen Standort. Es empfiehlt sich den Boden mit einer 3 cm hohen Schicht an Kompost anzureichern und leicht in die Erde einzugraben. Der Kompost fügt der Erde eine kleine, aber stetige Menge an Nährstoffen hinzu und hilft der Erde, Wasser zu halten, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Bei Bedarf kann das Pflanzloch, in das Sie Ihre vorgezogenen Tomaten setzen auch noch mit Kompost angereichert werden, um eine Nährstoffverfügbarkeit direkt an der Wurzel zu garantieren.

Wie groß sollte mein Tomatenbeet sein?

Bei einem Pflanzabstand von 40 cm und einem Reihenabstand von 75 cm passen so auf einen Quadratmeter 6 Pflanzen. Unsere Mischung enthält 25 Korn. Dies entspricht 20 – 25 Tomatenpflanzen. Es empfielht sich die Pflanzen vorzuziehen (siehe Kapitel „Anzucht“), um den genauen Platz besser abschätzen zu können und einen hohen Ertrag zu garantieren.

Sollten Sie interessiert daran sein verschiedenes Gemüse im gleichen Beet anzupflanzen, empfiehlt es sich die kostenlose App unserer Freunde alphabeet zu nutzen, mit der Sie die optimalen Beetnachbarn ermitteln können. www.alphabeet.org.

Anzucht

Wie funktioniert die Anzucht?

Bei der Tomatenpflanze „Baseler Röteli“ empfiehlt es sich die jungen Pflanzen zuhause auf der Fensterbank vorzuziehen und erst nach den Eisheiligen (15.5.) in den Garten zu pflanzen. Der richtige Platz für das Vorziehen von Keimlingen ist die Fensterbank. So erhalten sie ausreichend Licht und können an diesem zugänglichen Platz gut beobachtet und gepflegt werden. Während der Anzucht sollten Sie die Pflänzchen regelmäßig gießen und die Erde der Pflanzen sollte nie austrocknen. Direkte Bewässerung ist bei Tomaten zu vermeiden, da Blätter anfällig für Fäule sind, lieber das anliegende Erdreich wässern.

Umtopfen

Wann sollten die vorgezogenen Tomaten umgetopft werden?

Wenn sich nach den Keimblättern die ersten Laubblätter gebildet haben, ist das der richtige Zeitpunkt um mit dem sogenannten Umtopfen zu beginnen. Die kleinen Pflanztöpfchen sind allmählich zu klein. Mit Hilfe eines Holzstäbchen oder einem Löffelstiel werden vorsichtig die Pflänzchen samt Wurzelreich herausgehebelt und in einen größeren Topf gesetzt. In diesen sollten Sie zuvor ein schmales und ausreichend tiefes Loch gebohrt haben. Den Keimling anschließend leicht andrücken und gießen.

Auspflanzen

Wann werden die Tomaten ausgepflanzt?  Was gilt es dabei zu beachten?

Die Jungpflanzen können nach den Eisheiligen (15.5.) nach draußen ins Beet gepflanzt werden. Nach dem Frost werden die Setzlinge mit reichlich Abstand (75  cm) an einem regengeschützten Ort ausgepflanzt.
Tipp: Reichern Sie die Pflanzlöcher mit etwas Kompost an und pflanzen Sie die Setzlinge tiefer ein, als Sie im Topf gestanden haben. Dann entwickeln die Tomatenpflanzen um den Stängelansatz zusätzliche Wurzeln und können mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen.
Ab nun brauchen die Pflanzen regelmäßig und genug Wasser, damit sie kräftige Wurzeln ausbilden können.  Wenn sich einmal ein ordentliches Wurzelsystem entwickelt hat, reicht es wenn die Tomaten morgens gegossen werden. Wenn Sie den Tomaten etwas besonders Gutes tun wollen, freuen sie sich alle 3 Wochen über eine Brennesseljauche.

Pflege

Was gilt es für eine reiche Ernte zu beachten?

Hat sich ein gutes Wurzelwerk etabliert, brauchen die Pflanzen nicht mehr soviel Wasser, wie beim Vorziehen. Es genügt die Pflanzen zu gießen, sobald sie die Blätter hängen lassen.
Wenn die Pflanzen gut eingewurzelt sind, wird ein Stab oder eine andere Rankhilfe benötigt, damit der Haupttrieb senkrecht aufgeleitet werden kann. Theoretisch ist eine zweitriebige Kultur möglich, unter unseren Klimaverhältnissen aber nicht empfehlenswert, da die Reifezeit hierdurch verzögert wird. Bei der eintriebigen Kultur werden alle Nebentriebe, die sich in den Blattachsen bilden, möglichst frühzeitig mit dem Fingernagel abgebrochen. Bitte schneiden Sie die Pflanzen nicht mit einer Schere oder Skalpell, dadurch könnten Erreger in die Pflanze gelangen. Ohne diesen Vorgang bildet die Pflanze an fast jeder Blattachse neue Triebe und versucht ihre Energie gleichmäßig zu verteilen. Durch das Entfernen der Triebe steht den bestehenden Früchten mehr Energie zum Ausreifen zur Verfügung.

Ausgeizen der Tomaten: Achten Sie darauf die aufkommenden Triebe vor der Blüte in den Blattachsen mit dem Daumen abzuknipsen. Sollten sich in der Achse bereits Blüten gebildet haben, empfiehlt es sich diesen Trieb zu belassen (Bildautor: www.tomatenmitgeschmack.de)

 


Ernte

Wann kann geerntet werden?

Die Ernte erfolgt ca. 4 Monate nach Aussaat.

Was gilt es bei der Ernte zu beachten?

Ab Anfang August sind die ersten Tomaten reif. Die Tomaten an der Rispe abreifen lassen, bis sie tiefrot sind. Die Tomaten sollten zeitnah verzehrt werden.  Da unser Saatgut samenfest ist, eignen sich die Tomaten auch für die Samenernte. Mehr dazu im Kapitel „Vermehrung“. Alternativ können die Früchte auch eingemacht oder getrocknet werden.

Vermehrung

Wie vermehre ich meine Tomaten selbstständig?

Unser Saatgut ist samenfest. Eine Pflanzensorte ist immer dann samenfest, wenn aus ihrem Saatgut wieder eine “gleiche” Pflanze nachwächst. So haben Sie die Möglichkeit aus Ihrem Gemüse immer wieder neue Pflanzen zu beziehen, mit ähnlicher Gestalt und Eigenschaft wie die der Elternpflanze. Gezüchtete Sorten aus dem Supermarkt haben diese Eigenschaft meist verloren.

Wie funktioniert die Samenernte?

Speziell für die Samenernte unserer robusten und samenfesten Tomaten hat unser Freund und Vielfaltsretter Patrick Kaiser eine kleine Video Bedienungsanleitung erstellt. Die Videoanleitung zeigt eindrucksvoll, wie einfach durch ein paar Kniffe das Saatgut unserer Tomaten erntbar wird. Da ein Bild ja bekanntlich mehr als 1000 Worte sagt, gelangen Sie hier zu dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=R4z1-Bhfc_w

App-Vorschläge/ Medien

Gibt es einen Instagram-Account?

Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie Landkreises Ravensburg gibt es eine Instagram-Seite (@naturvielfalt.ravensburg). Wir freuen uns, wenn Sie Aufnahmen Ihrer Blühflächen mit uns teilen.

 

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