Patrick Kaiser, Tatgut.de

PflegeTipps Bohnenschätze

VIELFALTSRETTER:INNEN - BOHNENSCHÄTZE

Im Kampagnenjahr 2022 werden erstmals Vielfaltsretter:innen gesucht!

Zusammen mit Sortendetektiv Patrick Kaiser von TATGUT, bieten wir die Mischung Bohnenschätze an. Die Mischung beinhaltet alte historische Raritäten aus unserer Region. Damit diese Sorten wieder heimisch werden, sind Sie gefordert!

Beteiligen Sie sich bei der Kampagne und vermehren Bohnenschätze wie Schäfermädle, Heiligenberger Russe, Rotscheck und Panda. Das geerntete Saatgut können Sie selbst im Folgejahr nutzen. Oder Sie bereiten Freunden und Nachbarn eine Freude. Weiterhin gibt es jedes Jahr sogenannte Saatgutbörsen, auf denen Saatgut getauscht werden kann. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, es an den Landschaftserhaltungsverband Ravensburg zu senden (Frauenstraße 4 / 88212 Ravensburg). Unter allen Einsendungen verlosen wir das Gartenbuch „Unsere Gartenschätze im Südwesten“. Dadurch sorgen Sie aktiv für den Erhalt der gefährdeten Kulturarten.

Bodenvorbereitung

Wie muss der Boden für meine Bohnen vorbereitet werden?

Unsere alten Bohnensorten sind eine sehr robuste Kultur, die in beinah jedem Boden gedeiht.
Ansonsten benötigen unsere Bohnen einen tiefgründigen, aufgelockerten Boden. Vor dem Auspflanzen ist es ratsam den Boden mit Kompost anzureichern. Sollten Sie jedoch planen die Bohnen an einem sehr schweren lehmigen Ort zu pflanzen, empfiehlt es sich den Boden tiefgründig aufzulockern.

Standort

Welche Standortansprüche haben die Bohnen?

Unser Vielfaltsretter:innen Paket benötigt einen sehr sonnigen Standort, damit die diversen Bohnenarten bestens gedeihen. Wir empfehlen einen Standort zu wählen, der im Schnitt 6 Stunden von der Sonne beschienen wird.
Wenn Sie unsere Bohnen in ein bereits bestehendes Gemüsebeet pflanzen wollen, ist es darüber hinaus wichtig, dass ein dreijähriger Fruchtwechsel stattfindet.
Das bedeutet: Da, wo Sie Bohnen pflanzen, dürfen zwei Jahre vorher und zwei Jahre nachher keine Bohnen oder Gemüsearten aus derselben Familie (Erbsen, Dicke Bohnen o.ä.) wachsen (Mehr dazu im Kapitel „Fruchtfolge zur Vermeidung von Schädlingen“).

Wie groß sollte mein Bohnenbeet sein?

Die Saattiefe beträgt etwa 2 – 5 cm. Der Abstand der Bohnen zueinander sollte 5 – 10 cm betragen. Der Abstand von den Pflanzreihen sollte etwas weiter gewählt werden (40 – 50 cm), damit die Bohnen genügend Platz zum Ranken haben.

Sollten Sie interessiert daran sein verschiedenes Gemüse im gleichen Beet anzupflanzen empfiehlt es sich die kostenlose App unserer Freunde alphabeet zu nutzen, mit der Sie die optimalen Beetnachbarn ermitteln können. www.alphabeet.org.

Aussaat

Wann erfolgt die Aussaat? Was gilt es dabei zu beachten?

Wenn Sie sich zu einem /einer der Glücklichen zählen können, die unser „Vielfaltsretter:innen Paket“ ergattern konnten, müssen Sie sich mit der Aussaat der Bohnen noch ein wenig gedulden (Sollten Sie keines der „Vielfaltsretter – Pakete“ ergattern können, liefern wir weitere Infos in den FAQs).
Sobald Sie unser Paket erhalten haben, können Sie vorerst mit der Bodenvorbereitung der Bohnen starten oder Sie widmen sich der Voranzucht der Tomaten.
Ein altes Sprichwort empfiehlt: Bohnen muss man Barfuß säen. Also am besten setzen Sie Ihre Bohnensamen (oder -setzlinge) zeitgleich mit Ihren Karotten nach den Eisheilgen in den Garten. Sollten Sie in Ihrem Garten ein großes Problem mit Schnecken haben, empfiehlt es sich die jungen Setzlinge zusammen mit den Tomaten auf der Fensterbank vorzuziehen.
Die Saattiefe beträgt etwa 2 – 5 cm. Die Bohnen werden an Stangen gepflanzt. Vor der Aussaat gilt es, eine Rankhilfe zu errichten. Diese sollte etwa 30 bis 40 Zentimeter tief im Boden verankert werden, damit sie nicht so leicht umkippt. So finden die Sprossen direkt nach der Keimung daran Halt. Um jede Stange sollten Sie sechs bis zehn Samen auslegen. 
Um nun in der Erde zu keimen, gießen Sie die Bohnen gut an. Abgesehen davon sind weiter entwickelte Pflanzen in Trockenperioden ebenso vor Trockenheit zu bewahren. Bohnenkeimlinge
werden leider gerne von Schnecken gefressen. Gießen Sie den Boden also einmal in der Woche ordentlich mit einem Wasserschlauch und lockern Sie den Boden regelmäßig mit der Hacke auf. Das Gießen am Morgen kann helfen, sie vor dem nächtlichen Schneckentod zu retten. Tipp: Sollte der Schneckenfraß zu stark werden, schützen Sie Ihre Setzlinge durch einen Ring aus Sägemehl, Steinmehl oder Branntkalk rund um Ihr Gemüsebeet.
Bei richtiger Pflege sollten die ersten Bohnenkeimlinge nach 15 – 30 Tagen erscheinen. Die Keimdauer variiert je nach Sorte.

Pflege

Was gilt es für eine reiche Ernte zu beachten?

Sobald Sie Ihre Bohnen eingepflanzt haben, benötigen Sie ausreichend Wasser. Denn unsere Bohnen haben einen hohen Wasserbedarf. Durch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt kann sich der der Gießaufwand jedoch auf einmal die Woche begrenzen. Ohne Mulchschicht ist darauf zu achten, dass der Boden der Bohnen stets feucht jedoch nicht zu nass ist. Sollten Sie den Boden vor der Aussaat mit Kompost angereichert haben, benötigen die Bohnen keine weitere Düngung.

 


Ernte

Wann kann geernet werden?

Die Ernte erfolgt ca. 2 – 3 Monate nach Aussaat.

Was gilt es bei der Ernte zu beachten?

Erntereif sind die Bohnen sobald sie wie Bohnen aussehen. Ob Sie die Bohnen ernten sollen, stellen Sie fest, indem Sie die Bohne einfach durchbrechen: wenn die Bohne glatt durchbricht und die Bruchstelle grün und saftig ist, ist der ideale Zeitpunkt zum Ernten. Je jünger, umso zarter im Geschmack. Wenn sich die Kerne deutlich abzeichnen, schmecken die Bohnen etwas zäh.
Zudem gilt zu beachten, dass Bohnen nicht nur einmal tragen. Sie bilden durchweg neue Blüten und Hülsen und können daher über einige Zeit hinweg beerntet werden. Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Pflanze nur ein bestimmtes Energiepotenzial zur Verfügung steht, welches nach den ersten paar Erntedurchgängen meistens schon recht aufgebraucht ist

Vermehrung

Wie vermehre ich meine Bohnen selbstständig?

Unser Saatgut ist samenfest. Eine Pflanzensorte ist immer dann samenfest, wenn aus ihrem Saatgut wieder eine “gleiche” Pflanze nachwächst. So haben Sie die Möglichkeit aus Ihrem Gemüse immer wieder neue Pflanzen zu beziehen, mit ähnlicher Gestalt und Eigenschaft wie die der Elternpflanze. Gezüchtete Sorten aus dem Supermarkt haben diese Eigenschaft meist verloren.

Wie funktioniert die Samenernte?

Die Saatgutvermehrung unserer alten Bohnensorten ist denkbar einfach. Außerdem würden wir uns freuen, wenn Sie bei einem großen Ernteerfolg Ihres Saatgutes ein Teil Ihrer Bohnenkeimlinge an Patrick Kaiser zurückkommen lassen. Er vermehrt Ihr Saatgut erneut in seinem „Tatgut – Garten“. So tragen wir gemeinsam dazu bei diese seltenen Sorten bei uns im Landkreis zu erhalten.
Anstelle die jungen Schoten zum Verzehr zu ernten, lassen Sie die Samen in der Schote zur Samenernte einfach ausreifen. Es ist wichtig, gerade die Samen zu behalten, die als erste an der Pflanze reifen, und nicht nur die letzten Bohnen der Saison, um nicht den spätreifenden Charakter der Pflanze zu selektionieren.

Die Samen sind reif, sobald die Schoten braun, brüchig und die reifen Bohnen klar in der Schote erfühlbar sind. Die Hülsen nun abernten und im Haus zum Trocknen aufhängen oder beispielsweise in einem Eierkarton oder einer Papiertüte aufbewahren. So kann die Saat komplett trocknen. Danach die Bohnen händisch aus der trockenen Hülse lösen und an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort aufbewahren. Die Samen sind etwa zwei bis drei Jahre keimfähig.

App-Vorschläge/ Medien

Gibt es einen Instagram-Account?

Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie Landkreises Ravensburg gibt es eine Instagram-Seite (@naturvielfalt.ravensburg). Wir freuen uns, wenn Sie Aufnahmen Ihrer Blühflächen mit uns teilen.

mehr tipps und tricks

Häufige Fragen (FAQs)

Jedes Jahr erreichen uns viele spannende Fragen. Von der Bodenvorbereitung, über die Aussaat bis zur Pflege. Eine Auswahl der häufigsten Fragen – gegliedert nach Gemüseart

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